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Braunschweiger
Zeitung vom 26.06.2008
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Harald Hilpert
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Fanferlüsch
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Pressestimmen "Der Stumme Diener" von Harold Pinter

Die Angst der Killer beim Warten auf das Opfer
Von Harald Hilpert
Auf Gabelstapler-Paletten haben zwei düstere Typen ihr Ruhelager aufgeschlagen. Eine wiederlich ungemütliche Absteige, in der sich
die Öffnung für einen Speiseaufzug befindet.
Er wird in Harold Pinters spannendem Einakter auf geheimnisvolle Weise „Der stumme Diener” sein. Doch das merkt man erst
später. Zunächst ist da nur merkwürdige Stille.
Der ältere Kerl heißt Ben und liest in aller Seelenruhe Zeitung. Der jüngere Gus kramt nervös nach Zigaretten. Verdächtig
ist, dass beide mit Schuhen im Bett liegen. Aslo auf dem Sprung sind. Als sie urplötzlich eine Pistole unterm Kopfkissen hervorzaubern, weil der
Speisefahrstuhl laut dröhnend herunterrattert, ahnen auch die zahlreichen Zuschauer Böses.
Das Theater Fanferlüsch hat mit diesem Zweipersonenthriller aus der Zeit des absurden Theaters eine zupackende Inszenierung auf die
Bühne des Roten Saales im Schloss gebracht. Carsten Schrödter als Ben und Christian Löchte als Gus spielen überzeugend
zwei kaltherzige Killer, die im kargen Kellerverlies auf ihr Opfer warten. Eingesperrt wie in einem Loch ohne Fenster. Der Gaskocher funktioniert nicht.
Selbst Streichhölzer fehlen. Was also tun, wenn keiner zum Erschießen kommt?
Die Gefühlslagen schwanken zwischen gespielter Heiterkeit und hintergründiger Beklemmung. Der Jüngere wird allmählich
ungeduldig und nervt mit Nölerei und merklich wachsender Angst, die kulminiert, als aus dem Speiseaufzug mit Hilfe von Zetteln autoritäre
Anweisungen kommen.
Fast unterwürfig diensteifrig befolgen sie die Wünsche von oben und offenbaren dabei eine ganze Palette von charakterlichen Eigenschaften.
Von verschlagen über offenherzig bis zu cholerischen Ausbrüchen. Bis die Dinge eine überraschende Wendung nehmen. Kräftiger
Beifall für die brillante Darbietung eines insgesamt etwas verstaubten Stückes.
(c) Archiv Braunschweiger Zeitung v. 26. Juni 2008
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