|
Pressestimmen
Frere Diabolo
Spritzige Dialoge, präzise und pointiert
Nach der gelungenen Spukparodie "Das Gespenst von Canterville"
präsentiert der Braunschweiger Bühnenautor Markus Wiegand mit
"Frere Diabolo" jetzt eine romantische Komödie mit
rabenschwarzem Humor, deren Aufführung am Wochenende im ausverkauften
Aktionstheater in der Ekbertstraße 14 durch die Theatergruppe
"Fanferlüsch" (Regie:Markus Wiegand) Premiere hatte.
Eigentlich leben die drei Freundinnen Julia (Verena Niesmann), Nina (Claudia
Wäsch) und Kathrin (Sonja Masbaum) in Ihrer kleinen WG in bester Freiburger
Wohnlage ganz kommod und gedeihlich zusammen - wäre da nicht die
herrschsüchtige Frau von Stahl (Daniela Willke), die sich einfallen
läßt, die Miete durch einen neuen Mitbewohner der WG zu maximieren.
Eine folgenschwere Maßnahme, denn der neue Mitbewohner ist ein getarnter Diener
Luzifers und Abgesandter der Hölle - und somit ein Stachel im Fleisch der
funktionierenden WG.
Dieser Teufelsbraten Armand (Nikolai Radke) wird von Julia den Freundinnen mangels
realer Erfahrungen als fiktiver Freund Paul vorgestellt und hat mit Charme und
Heimtücke die Aufgabe zu erfüllen, Julias naive Seele für Luzifer, der
mit Gottvater gewettet hat, zu gewinnen.
Doch der lustig französelnde Finsterling Paul, der sich diensteifrig ergeben
auf den Boden wirft, wann immer er die Stimme Luzifers aus dem Nichts hört,
ist wenig erfolgreich bei Julia, an deren Moral und Naivität alle Versuchungen
abprallen.
Dafür erleidet Vermieterin Frau von Stahl einen tödlichen Unfall und
wird durch das Fenster nach unten "entsorgt". Kommentar einer Bewohnerin
beim Aufprall: "Das war mein Auto".
Während die robuste Nina den Eindringling resolut ablehnt, kommt ihm die kokette
Kathrin dafür so nahe, dass Julia sich von Paul abwendet. Am Ende erleidet Paul
das Schicksal der Vermieterin, das wieder nur lapidar mit "das war mein
Auto" kommentiert wird.
Inszeniert ist die turbulente und kurzweilige Handlung in sparsamer, doch spielbarer
Dekoration mit humorvollen Gags wie etwa dem Mon-Cherie-Pralinenwunder von der Decke
und dem einer Boulevardkomödie gut anstehenden Tempo. Präzise und pointiert
kamen die spritzigen Dialoge von den spielfreudigen Schauspielern, und im begeisterten
Publikum gab es viele, die sich das Stück nochmals ansehen wollen. Dazu ist am 23.
und 24. November, jeweils 20 Uhr, im Aktionstheater wieder Gelegenheit.
(c) Archiv Braunschweiger Zeitung vom 19.11.2001
|
|